Vom 15. bis 19. Oktober 2025 fand die 77. Frankfurter Buchmesse statt und verzeichnete mehr als 200.000 Besucher*innen. Doch liest man nicht immer wieder, dass die Buchbranche schlecht dasteht? Und inwiefern trägt ausgerechnet die junge Generation zum Erhalt dieser bei?

Treffpunkt für tausende Bücherfans

Ich habe mir das Paradies immer als 
eine Art Bibliothek vorgestellt.

So lautet ein Zitat des argentinischen Schriftstellers Jorge Luis Borges.

Diesem kann ich als Buchliebhaberin nur zustimmen, sowie vermutlich auch die mehr als 200.000 Besucher*innen der 77. Frankfurter Buchmesse, die vom 15. bis 19. Oktober 2025 erneut in den Messehallen der hessischen Hauptstadt stattfand.

Der Erfolg der Messe überrascht, hört man doch immer wieder, dass die Zahl der Buchbegeisterten in Deutschland zurückgeht. So haben laut hessenschau.de im Jahr 2024 nur 24,5 Millionen Menschen ein Buch gekauft. Dass die Umsätze dennoch leicht gestiegen sind, ist den Preissteigerungen sowie den Buchverkäufen pro Person zu verdanken.

Ältere Lesemuffel und junge Bücherfans

Dabei zeigt sich deutlich, dass insbesondere junge Menschen viele Bücher kaufen. Während also die erwachsenen Leserzahlen immer weiter sinken, sorgt die junge Generation mit ihrer Kaufkraft für einen Aufwind in der Branche.

In den vergangenen fünf Jahren sind die Ausgaben für Bücher in der Altersgruppe 13- bis 15-Jahre um 32 Prozent gestiegen, bei den 16- bis 19-jährigen Leser*innen sogar um 77 Prozent, wie hessenschau.de berichtet.

Doch woran liegt das?

Romance-Hype steigert Verkaufszahlen

Maßgeblich dafür ist der Hype rund um Romance-Bücher, die mit schön gestalteten Covern und Buchschnitten zum Kauf verführen und jedes Bücherregal, insbesondere für Social Media, durch ihre besondere Optik aufwerten.

Die Young- und New Adult Romane, die sich an Heranwachsende und junge Erwachsene richten, unterteilen sich dabei in verschiedene Untergruppen:

Die einen Leser*innen bevorzugen romantische Liebesgeschichten, die überwiegend in pastellfarbenen Gewändern daherkommen. Die anderen präferieren dagegen eher Dark Romance, wo der Fokus auf Beziehungen liegt, bei denen meist die männlichen Love Interests das Prädikat morally grey tragen und die Buchcover optisch in der Regel in düsteres Schwarz gekleidet sind.

Und dann gibt es da noch Romantasy. Der Begriff ist eine Verschmelzung der Worte Romance und Fantasy und beschreibt dadurch schon sehr gut, um was es sich handelt: epische Fantasy-Geschichten mit Drachen, Feen und Magie, die aber ebenfalls das Hauptaugenmerk auf die Liebesbeziehungen der Protagonist*innen legen.  

Viele der Bücher beinhalten auch explizite sexuelle Inhalte, Spice genannt, was sie für junge Menschen besonders spannend macht.

Romance-Hype auf Social Media schwappt auf Buchmesse über

Wer in den Sozialen Netzwerken TikTok und Instagram unterwegs ist und in die Book Bubble schaut, wird überrollt von Buchempfehlungen und Book Hauls rund um das Romance-Genre.

Wer auf der Buchmesse unterwegs war, bemerkte schnell: Der Trend ist nicht nur online, sondern auch in der realen Welt sichtbar.

So widmete sich in Frankfurt eine ganze Halle dem Genre Romance. Dort drängten sich Tausende, insbesondere junge weibliche Bücherliebhaber*innen, um die Stände der Publisher und Verlage. Manche standen stundenlang in der Schlange, um sich ein Werk von den, zumeist weiblichen, Autor*innen signieren zu lassen.

Das erinnert schon an das Anhimmeln von Popstars oder dem Kult rund um Influencer*innen, die ebenfalls zahlreiche Fans um sich scharen.

Doch ist das schlecht?

Junge Leserbegeisterte retten die Buchbranche

Für alle, die sich nicht mehr im Teenager-Alter oder ihren Frühzwanzigern befinden, mag der Hype durchaus etwas befremdlich erscheinen. Doch sollte man sich meiner Meinung nach nicht daran stören.

Wer kein Interesse an romantischen Young- oder New Adult Büchern hat, der wurde schließlich in den anderen Hallen der Messe fündig. Denn selbstverständlich bedient diese nicht nur den Geschmack der jungen Bücherfans, sondern bietet für jedes Alter und jede Lese-Vorliebe die passende Lektüre.

Statt mit den Augen zu rollen, sollte man sich lieber freuen – denn dank der jungen Leser*innen erlebt die Buchbranche einen Aufwind, den sie sehr gut gebrauchen kann.

Letzten Endes zählt doch nur eins:

Wir alle lieben Bücher und wollen auch zukünftig in den Buchhandlungen stöbern. Wenn also die Lesebegeisterung der jungen Generation zum Erhalt dieser beiträgt, und sei es ausschließlich durch Romance-Bücher, haben doch alle Bücherfans gewonnen.

2 Antworten zu „Der Hype rund um Liebesgeschichten in Pastell und Schwarz: Wie junge Romance-Fans die Buchbranche retten“

  1. Ich finde es toll, dass das „Lesen“ immer einen Aufschwung bei jungen Leuten erlebt und somit auch neue Autor*innen dazu animiert, sich dem Hobby/Beruf hinzugeben und ihre Geschichten aufs Papier drucken zu lassen!

    Persönlich würde ich bei den genannten Genres wohl die Romantasy favorisieren! Sollte nicht jedes Abenteuer jeder fantastischen Welt von einer Romanze verziert werden?

    Geht es ins sehr düstere, werden ja oftmals ungleiche Machtverhältnisse, Abhängigkeiten und schlimmeres zwischen beiden Liebespartnern romantisiert. Das ist dann nicht so mein Ding.

    Like

    1. Romantasy lese ich auch ab und an ganz gerne. Ich bevorzuge aber Fantasy-Bücher, in denen die Liebe nur ein Nebenplot ist. Ich mag Liebesgeschichten – aber eben eingeflochten in eine Abenteuergeschichte und nicht als Kernthema. Ausnahmen gibt es natürlich immer. 🙂

      Like

Hinterlasse eine Antwort zu Zyler Antwort abbrechen

Angesagt